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Saison 2018/19

Mit rund 1.300 Veranstaltungen ist in Elbphilharmonie und Laeiszhalle ein in Umfang und Vielfalt weltweit einmaliges Konzertprogramm zu erleben. Eine Orientierungshilfe bietet dieser Überblick über die Konzertreihen und Festivals, die die Saison 2018/19 prägen.

Die Saison 2018/19 im Überblick

Sir Simon Rattle
Sir Simon Rattle © Johann Sebastian Hanel

Orchester aus aller Welt

Rund 30 Orchester aus aller Welt gastieren in der Elbphilharmonie, darunter die Philharmoniker aus Wien, Berlin und München bereits zum zweiten Mal. Debüts feiern unter anderem mit dem Boston Symphony Orchestra das Fünfte der »Big Five«, das Budapest Festival Orchestra mit einem zweiteiligen Bartók-Schwerpunkt und die Tschechische Philharmonie. Das NDR Elbphilharmonie Orchester tritt als Residenzorchester rund 60, das Philharmonische Staatsorchester Hamburg rund 20 mal in der Elbphilharmonie auf. Die Symphoniker Hamburg bleiben als Residenzorchester der Laeiszhalle treu, während die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen ihre Hamburger Residenz in beiden Häusern fortsetzt.

Venedig
Venedig © Andrea Wyner

Festivals und Schwerpunkte

Das 100-jährige Jubiläum der Unabhängigkeit Polens bietet Anlass, die Musik des Landes von Klassik bis Jazz näher kennenzulernen. Das Venedig-Festival über Ostern trägt auf Gondeln durch die Geschichte von »La Serenissima«: Die Beziehung zu Byzanz, das jüdische Ghetto und neueste Musik aus der Lagunenstadt sind die Themen. Im Oktober geht es um den amerikanischen Komponisten Charles Ives. »Lux aeterna« widmet sich im Winter der spirituellen Musik und das 4. Internationale Musikfest Hamburg 2019 dreht sich mit vielen noch nicht veröffentlichten Projekten um das Thema »Identität«.

Teodor Currentzis
Teodor Currentzis © Olya Runyova

Dirigenten im Fokus

Drei der größten Pultstars unserer Zeit kommen mit jeweils drei verschiedenen Klangkörpern in die Elbphilharmonie. Der als Klassikerneurer gefeierte Teodor Currentzis mit einem umfassenden Portrait in sieben Konzerten, dessen Programm von »La traviata« bis zur »Leningrader« von Dmitri Schostakowitsch reicht. Andris Nelsons, Chefdirigent in Boston und Leipzig gastiert mit seinen beiden Orchestern und mit den Wiener Philharmonikern. Sir Simon Rattle kommt mit drei spektakulären Projekten nach Hamburg: einer Rameau-Produktion der Berliner Staatsoper, einer von Peter Sellars inszenierten »Johannespassion« und mit dem London Symphony Orchestra, dem er seit 2017 vorsteht.

Olga Neuwirth
Olga Neuwirth © Harald Hoffmannn

Aktuelle Musik

In einem Konzerthaus, dessen Architektur so visionär ist wie die der Elbphilharmonie, gehört Neue Musik zum Kernbereich des Programms; zudem ist der atemberaubende Große Saal geradezu für (semi-)szenische Produktionen gemacht: Aufwändig in Szene gesetzte Projekte bietet der Schwerpunkt auf Musiktheater. Das »Multiversum George Benjamin« gibt einen umfassenden Einblick in das Schaffen des englischen Komponisten und Dirigenten und bringt seine drei Opern zur Aufführung. Mit Olga Neuwirth wird eine der wichtigsten Komponistinnen unserer Zeit mit großen Projekten als Residenzkünstlerin portraitiert. Das Ensemble Resonanz führt seine »Resonanzen«-Reihe fort und im »Unterdeck« wird weiter an der Zukunft der Musik gearbeitet.

Mitsuko Uchida
Mitsuko Uchida © Justin Pumfrey / Decca

Klavierabende

Dieses Instrument ist so vielseitig, dass es ein ganzes Orchester ersetzen kann: das Klavier. Lang ist die Liste der hochkarätigen Pianisten, die Hamburg in dieser Saison besuchen. Die Reihe »Meisterpianisten« ist traditionell im Großen Saal der Laeiszhalle zuhause – auch 2018/19 spielen hier Meisterpianisten wie Hélène Grimaud, Igor Levit, Jewgenij Kissin und Rudolf Buchbinder. Zudem sind in der Elbphilharmonie Größen wie Pierre-Laurent Aimard, Daniil Trifonov und Mitsuko Uchida im Klavierabend zu erleben. Letztere widmet sich mit größter Expertise gleich an zwei Abenden den Sonaten Franz Schuberts. Streng thematisch programmiert ist nach wie vor die Reihe »Pianomania« im Kleinen Saal, die sich in dieser Saison dem Präludium widmet. 

Artemis Quartett
Artemis Quartett © Nikolaj Lund

Kammermusik und Liederabende

Besonders gut geeignet für Kammermusik und Liederabende sind die jeweils Kleinen Säle der Elbphilharmonie und Laeiszhalle. Im intimen Ambiente rückt man noch näher an die Künstler heran und kann die Interaktion auf der Bühne besonders gut verfolgen. In der Elbphilharmonie sind famose Streichquartette wie das Artemis Quartett und mit Ian Bostridge und Christiane Karg herausragende Liedinterpreten zu erleben, während im Kleinen Saal der Laeiszhalle große Solisten in wechselnden Besetzungen zu erleben sind.

Huelgas Ensemble / Paul van Nevel
Huelgas Ensemble / Paul van Nevel © Damon De Backer

Das Alte Werk

Mit historischen Instrumenten und authentischen Spieltechniken den Klang vergangener Epochen zum Leben zu erwecken und hörbar zu machen – das hat sich die im Großen Saal der Laeiszhalle beheimatete Reihe »Das Alte Werk« auf die Fahnen geschrieben. Für die opulente Umsetzung garantieren sechs internationale Spitzenensembles der Szene: Das belgische Huelgas Ensemble führt etwa die erste bekannte Oper einer Komponistin auf – »La liberazione di Ruggiero dall'isola d'Alcina« von Francesca Caccini. Und die Accademia Bizantina unter Ottavio Dantone hat eine Wiederentdeckung im Gepäck: »Marc’ Antonio e Cleopatra« vom gebürtigen Bergedorfer Johann Adolf Hasse.

Das Alte Werk
Angélique Kidjo
Angélique Kidjo © Gilles Marie Zimmerman

Jazz, World, Pop, Elektronik

Das Jazzprogramm in Elbphilharmonie und Laeiszhalle lässt das Herz all jener höher schlagen, die in Sachen improvisierte Musik auf dem aktuellsten Stand der Dinge sein wollen. Die Reihe »Jazz Piano« ist weiterhin in der Laeiszhalle zu Hause, im Kleinen Saal der Elbphilharmonie dreht sich alles um die Gitarre, während »Jazz at the Phil« Größen wie Bugge Wesseltoft, das San Francisco Jazz Collective und Branford Marsalis in den Großen Saal der Elbphilharmonie holt. Eine musikalische Reise um den Globus ermöglichen die Reihen »Klassik der Welt« und »Around the World«, während sich bei »Made in Hamburg« die lokale Szene ein Stelldichein gibt. Bei »ePhil« im resonanzraum St. Pauli darf alles passieren – nur kein Stromausfall!

Laurie Anderson
Laurie Anderson © Ebru Yildiz

Reflektor

Die Serie »Reflektor« wird in der neuen Saison mit zwei weiteren herausragenden Künstlern fortgesetzt: Im Februar kuratiert die amerikanische Performance-Ikone Laurie Anderson ein mehrtägiges Festival nach eigenem Gusto. Gemeinsam mit Freunden zeigt Anderson bei ihrem »Reflektor« die ganze Vielfalt ihrer Talente. Im Juni geht die »carte blanche« an Nils Frahm: Der aus Hamburg stammende Pianist und Komponist gastiert nicht nur in Clubs und auf Festivals, sondern auch in den größten Konzerthäusern. Feinsinnig kreiert er eine Neue Musik zwischen Klassik, Improvisation, Ambient und Dance. Eine exquisite Gästeliste zeugt von einem breiten musikalischen Horizont.

Freiburger Barockorchester
Freiburger Barockorchester © Annelies an der Vegt

Oper und Oratorium

Neben Weltklasse-Orchestern sind in der Elbphilharmonie auch Weltklasse-Sänger zu Gast. Große Chorwerke wie die Requien von Mozart, Verdi und Brahms gesellen sich in dieser Saison zu Opern aus vier Jahrhunderten: von »La liberazione di Ruggiero dall'isola d'Alcina« von Francesca Caccini (1625) und Jean-Philippe Rameaus »Hippolyte et Aricie« (1733) über Mozarts »Don Giovanni« und Verdis »La traviata« bis zu George Benjamins »Written on Skin« und Olga Neuwirths »The Outcast« (2016). Gleich drei Aufführungen gibt es von György Ligetis »Le Grand Macabre« im Rahmen des Internationalen Musikfestes und von »Die Fledermaus« zu Silvester.

Oper und Oratorium
Elbphilharmonie Orgel
Elbphilharmonie Orgel © Peter Hundert

Orgel pur

»Dieser Klang umarmt die Leute« schwärmt Iveta Apkalna vom größten Instrument der Elbphilharmonie, das sie als Titularorganistin betreut. Gleich drei Mal nimmt sie in dieser Saison am Spieltisch Platz, um den Großen Saal mit Klang zu fluten – davon einmal im Rahmen der vierteiligen Aboreihe »Orgel pur«, die auch hochkarätige Gäste wie Thierry Escaich präsentiert. Am »Tag der Orgel« wird die Königin der Instrumente wieder in all ihren Facetten vorgestellt: Orgelpräsentationen geben Aufschluss darüber, wie das riesige Instrument überhaupt funktioniert und am Abend ziehen Hamburger Organisten im Improvisationskonzert im wahrsten Sinne des Wortes alle Register.

Elfi-Babykonzert
Elfi-Babykonzert © Claudia Höhne

Junge Ohren auf

Gute Musik für alle, heißt auch: gute Musik für junge Ohren. Die Elbphilharmonie bietet eine Vielzahl von Kinderkonzerten, Workshops und Rahmenprogramme rund um das Musikprogramm, um die ganze Welt der Musik zu entdecken. Besonderen Wert gelegt wird dabei auf eine aktive Teilnahme nach dem Motto »Mitmachen bringt mehr Spaß als danebensitzen«.